Sie befinden sich hier: Berichte Einsatzberichte Hoorige Mess 2016
Hoorige Mess 2016

DRK-Einsatz im wilden Fastnachtstreiben
Großer Sanitätswachdienst für Hoorige Mess und Weltrekordversuch

von Arete Anna Mohringer-Keller
Waldshut-Tiengen, den 9. Februar 2016


Unfall-Hilfsstelle im Tiengener Feuerwehrgerätehaus mit (von links) Sabrina Exner und Rosemarie Nopper von der DRK-Bereitschaft Tiengen. Die Szene ist gestellt: Auf dem Feldbett liegt keine Patientin, sondern eine junge Frau vom Schulsanitätsdienst;
Foto: Arete Mohringer-Keller
Bei der „größten und beliebtesten Straßenfastnacht-Veranstaltung am Hochrhein“ (so die Internetseite tiengen.de) sorgte das Deutsche Rote Kreuz (DRK) auch in diesem Jahr mit dem Sanitätswachdienst für Menschen, die medizinische Hilfe benötigten. Zum Großereignis der Tiengener Fastnacht gehörte in diesem Jahr auch ein Weltrekordversuch: Das größte Schlumpf-Treffen der Welt sollte es werden.
Kreisbereitschaftsleiter Hans-Werner Schlett vom DRK-Kreisverband Waldshut leitete den Sanitätswachdienst bei der fastnächtlichen Großveranstaltung. Vor dem Ereignis hatte er eine Risikobewertung vorgenommen und dem Ergebnis entsprechend Einsatzmittel und Einsatzkräfte aufgestellt.

Die Rotkreuz-Bereitschaft Tiengen übernahm den Sanitätswachdienst. Dazu wurde eine Unfall-Hilfsstelle (UHS) eingerichtet, erstmalig im Feuerwehrhaus an der Molkereistraße. Zwei Boxen in der Fahrzeughalle wurden dazu benutzt. Der Funkraum des Feuerwehrhauses wurde vom Roten Kreuz für Kommunikation und Dokumentation genutzt. Als sehr erfahrene ehrenamtliche Führungskraft von DRK und Feuerwehr nutzte Ralf Rieple die technischen Einrichtungen zur Kommunikation mit den Einsatzfahrzeugen von Sanitätsdienst, Rettungsdienst und Feuerwehr sowie mit der Integrierten Leitstelle Waldshut. Aufgrund der Überlastung der Mobilfunknetze, die bei solchen Großveranstaltungen auftritt, erwiesen sich Funk und Festnetztelefon als besonders wichtig


Die Funkzentrale im Feuerwehrhaus mit Blick zur Garageneinfahrt (links: Kreisbereitschaftsleiter Hans-Werner Schlett, am PC Ralf Rieple); Foto: Arete Mohringer-Keller
Insgesamt sechs Einsatzfahrzeuge wurden vom DRK-Kreisverband Waldshut und den DRK-Bereitschaften Waldshut, Tiengen und Stühlingen aufgeboten: Krankentransportwagen, Rettungstransportwagen, Mannschaftstransportwagen und Notarztzubringer. Das benötigte Material war in zwei Anhängern verlastet. Insgesamt 27 Einsatzkräfte vom Deutschen Roten Kreuz waren bei der Hoorige Mess im Einsatz, darunter auch DRK-Notarzt Dr. Daniel Arndt. Sechs Frauen und Männer vom DRK waren als Sanitätsstreifen zu Fuß unterwegs, die übrigen waren in den DRK-Fahrzeugen oder in der Unfall-Hilfsstelle im Einsatz. Auch drei junge Leute vom Schulsanitätsdienst übernahmen schon geeignete Aufgaben.


Rote und Blaue Schlümpfe im Schlumpfgatter; Foto: Arete Mohringer-Keller
Für die Rotkreuzhelfer war bei der Hoorige Mess der Weltrekordversuch mit 2149 Zipfelmützen-Trägern im Schlumpfgatter an der Wutach nicht mit zusätzlichem Aufwand verbunden: Das Einsatzaufkommen war vergleichbar mit dem der letzten Jahre. Der erste Notfall wurde um 14.42 Uhr aus der Innenstadt gemeldet. Zu diesem Zeitpunkt stand schon fest, dass auf dem Festgelände an der Wutach der Weltrekord um knapp 400 Schlümpfe verfehlt worden war. Doch in der Innenstadt nahm das wilde Treiben gerade Fahrt auf. Am Ende des Tages waren im Einsatztagebuch 23 Erste-Hilfe-Leistungen festgehalten: ein Patient mit einer Schnittwunde, zwei chirurgische Fälle (Fußverletzung, Treppensturz), 13 Patienten, die nach übermäßigem Alkoholgenuss Hilfe benötigten und sieben „sonstige“ Fälle (Reizgas-Inhalation, Kreislaufprobleme, Unterkühlung, Psychose, Fieber). Zusätzlich zu den Erste-Hilfe-Leistungen in der Unfall-Hilfsstelle wurden insgesamt acht Patienten mit Rettungs- und Krankenwagen in die Krankenhäuser von Waldshut und Stühlingen eingeliefert.

DRK-Sanitätsstreife mit Mannschaftstransport -wagen am Rand des närrischen Hexenkessels. Foto: Arete Mohringer-Keller
Als besonderes Vorkommnis vermerkt der Einsatzbericht: Um 22.21 Uhr wurden aus dem Hansele-Zelt Verletzte durch CS-Gas gemeldet, das als Abwehr- und Verteidigungsspray im Handel ist. Zwei Rettungswagen-Besatzungen und der Notarzt fuhren sofort zum Einsatzort. Das Zelt wurde geräumt.

Kreisbereitschaftsleiter Hans-Werner Schlett stellte abschließend fest, dass die Arbeitsbedingungen im Tiengener Feuerwehrgerätehaus optimal sind, sodass es wünschenswert wäre, dies auch künftig nutzen zu können. Der Einsatz von DRK-Notarzt Dr. Daniel Arndt hat sich erneut sehr bewährt.